Der Imker Eike Töpperwien betreibt in Heiligendorf einen Bauernhof mit Rapshonig aus der eigenen Produktion.

Die fleißigen Bienen aus Heiligendorf

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Heutzutage muss sich ein landwirtschaftlicher Betrieb auf mehrere Beine stellen. Eike Töpperwien baut seit 2007 den elterlichen Betrieb sukzessive aus, um sich für die Zukunft zu rüsten. Bereits 2006 begann er als Imker, Honig zu ernten, aber auch eine Obstbaumplantage, ein Rapsfeld, Viehzucht und der Ackerbau gehören zu den täglichen Aufgaben. Wir besuchten den Bauernhof und lernten die Bienen kennen, die von anfangs 20 auf 180 Völker angewachsen sind.

Der Rapshonig ist aus der direkten Nachbarschaft des Bauernhofes

Die Bienen verharren nur einige Zeit regungslos auf einer Stelle und sind allesamt Vegetarier

Die Bienen verharren nur einige Zeit regungslos auf einer Stelle und sind allesamt Vegetarier.

Der Hof liegt etwas außerhalb von Heiligendorf und beim Eintreffen begrüßt uns nicht nur Eike Töpperwien, sondern auch seine Frau Rosalynn mit Töchterchen Jelena. Die ehemalige Demeter-Landwirtin ist angestellt und hilft neben der Kindererziehung mit, die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen. Der gelernte Zerspannungsmechaniker lernte 2004 aus und fand keinen direkten Einstieg in seinem Beruf. Im selben Jahr hatte er seinen Vater verloren und half bereits fleißig nach Feierabend mit, um die landwirtschaftlichen Tätigkeiten durchzuführen und seine Mutter zu entlasten. Eike entscheidet sich in den elterlichen Betrieb einzusteigen und gründet drei Jahre später eine GbR mit seiner Mutter. Parallel macht er noch eine Ausbildung zum Landwirt, die er in drei Monaten absolvieren darf, weil er schon seit Kindesbeinen an auf dem Bauernhof half und sehr viel Fachwissen mitbringt.

Weiterbildung im Bieneninstitut Celle

Der Rapshonig ist aus der direkten Nachbarschaft des Bauernhofs

Der Rapshonig ist aus der direkten Nachbarschaft des Bauernhofs.

Nach der Ausbildung investiert er Zeit für Seminare, um sich mit der Honigproduktion weiterzubilden. So nimmt er an einem Seminar im Bieneninstitut in Celle teil. Er übernimmt hauptsächlich die Arbeit als Imker in der Hauptproduktionszeit im Mai bis Juli hat er alle Hände voll zu tun, den Honig aus den Waben zu lösen. Wir gehen um das Haus herum und finden kleine Kästen am Rand des eigenen Rapsfeldes. Die Kästen nennen sich Beute und beherbergen um die 20.000 Bienen, die sich auf zehn Waben verteilen, und ein Volk repräsentieren. In jeder Beute lebt eine Königin, die auf dem Hof Töpperwien gekennzeichnet ist. Sie ist zudem größer als die Arbeiterbienen. Die Bienen transportieren von Sonnenaufgang bist Untergang Pollen und Nektar in die Waben und schaffen sich somit ihr Winterfutter. „ Bienen verharren nur einige Zeit regungslos auf einer Stelle“, erklärt Eike Töpperwien und verdeutlicht damit woher der Spruch „fleißig wie die Bienen“ kommt. Das Winterfutter ist ein Sirup aus Weizenstärke. Dieser wird gedeckelt mit Wachs, den die Bienen selber durch die Drüsen herstellen, um das Futter zu konservieren und somit wasser- sowie luftdicht zu lagern. In einer Beute kann es ganz schön warm werden. Im Winter sind es „nur“ 30 Grad und im Sommer auch schon 40 Grad. Die Bienen wissen sich zu helfen, wenn es zu warm wird, und fächern mit ihren Flügeln solange Luft in die Beute bis die Temperatur sinkt. Für die Fotos macht Eike Töpperwien eine Beute auf und holt eine Wabe heraus. Allerdings gefällt das den Bienen nicht und sie werden aggressiv. „Das ist schon ungewöhnlich, dass die Bienen heute so aggressiv sind“, zeigt sich der Imker verwundert und holt nicht nur den Imker-Kopfschutz aus dem Haus, sondern auch einen Smoker, der die Bienen beruhigen soll. „Enthalten sind Holzpaletts oder Eierkartonteile ergänzt um Lavendel, das beruhigt die Bienen sehr schnell.“ Auf die Frage was das Weiße in der Wabe ist, erklärt uns der Imker, dass das die Brut sei. Dort schlüpft die Biene heraus, indem sie den Deckel aufbeisst, und ist von der ersten Sekunde an so groß wie die anderen Bienen und fängt an zu arbeiten. Die herangeflogenen Pollen dienen dazu als Eiweißnahrung, da die Bienen allesamt Vegetarier sind.

Bis zu 7 Tonnen Honig produziert Imker Töpperwien

Die Hauptproduktionszeit ist von Mai bis Juli, in der Zeit können bis zu 7 Tonnen Honig produziert werden

Die Hauptproduktionszeit ist von Mai bis Juli, in der Zeit können bis zu 7 Tonnen Honig produziert werden.

Die Produktion wächst jedes Jahr weiter an und 2009/2010 entsteht neben dem Elternhaus eine Halle. „Wenn eine gute Saison ist können wir bis zu 7 Tonnen Honig produzieren“, sagt der Heiligendorfer und erklärt, dass durch die Produktionshalle die Abläufe schneller und automatisierter ablaufen. Der Honig ist beliebt. Neben dem Hofverkauf, kaufen auch viele Imker den Honig der Töpperwiens, weil andere Imker nicht so viele Völker besitzen. Mit 120 Wirtschaftsvölkern ist der Bestand an Bienen sehr groß. Zudem ist der postalische Versand nachgefragt. „Wir planen bis nach China zu liefern, dort ist man auch bereit bis zu 15,00 € für ein Glas Honig zu bezahlen.“ Wir gehen in die Halle und lassen uns Schritt für Schritt die Honigproduktion erklären. Zuallererst müssen die Waben aus der Beute entnommen und entdeckelt werden. Dafür gibt es ein spezielles Messer und eine Gabel. Im Wabenkarussel werden die entdeckelten Waben zwischengelagert,wenn die Zentrifuge besetzt ist. Denn dort können binnen 15 Minuten 42 Waben vom Honig und Wachs getrennt werden. Jede Wabe lagert ca. zwei Kilogramm Honig. Im Anschluss fließt das Flüssige in den Separator, der ein Fassungsvermögen von 80 Kilogramm hat. Durch die Drehbewegung wird der Honig in Eimer befördert, die im Separator eingebaut sind. Der Wachs bleibt auf dem Boden zurück. Der Honig wird durch die Drehbewegung hochgefördert und fließt in die Eimer, die Fassungsvermögen von 12 1/2, 25 und 40 kg haben. Abschließend wird der Honig gerührt, um eine Cremigkeit zu erreichen. Dabei werden die Kristalle zermahlen. „Jeder Honig kristallisiert aus, das ist ein natürlicher Prozess und völlig unbedenklich“, erklärt uns Eike Töpperwien, der während des Rührens auch verschiedene Geschmacksrichtungen ergänzt, um Honig mit Zitrone, Sanddorn oder Chili zu erhalten. Danach erfolgt die Glasabfüllung in 250g und 500g Gläser. Warum sollte der Wolfsburger Honig aus Heiligendorf kaufen? „Generell ist der deutsche Honig frei von Antibiotika und dadurch sehr gesund. Wer uns besucht darf auch gerne verschiedene Sorten probieren“, antwortet Eike Töpperwien und fügt noch an, dass „die Bienen auf unserem Hof eine sinnvolle Ergänzung darstellen, da sie unsere Obstbäume und Ackerbaukulturen bestäuben.“ Für das nächste Jahr plant der Betrieb zudem einen mobilen Hühnerstall, der den Tieren eine artgerechte Haltung ermöglicht. „Die Hühner wandern auf unserem Hof regelmäßig ein bisschen weiter, um frische Weideflächen vorzufinden. Frisches Grünfutter macht ein kräftig leuchtendes Eigelb.“ Der Hofverkauf wird deshalb kontinuierlich ausgebaut und soll 24 Stunden zugänglich sein.

Der Hofladen hat auch Honig mit Zitrone, Sanddorn oder Chili im Angebot

Der Hofladen hat auch Honig mit Zitrone, Sanddorn oder Chili im Angebot.

Infobox
250 g Glas kostet zwischen 3,50 und 5,50 €
500 g Glas kostet zwischen 5,00 und 10,00 €
Hofverkauf: Imkerei Töpperwien, Lütjer Weg 33, 38444 Wolfsburg
Website: www.heimathonig.de/imker/imkerei-toepperwien