Zeltplatz Almke / Foto: Stadt Wolfsburg

Erleben, Entdecken, Mitmachen

Gesprächsstoff, Jana Wosny, Magazin

Der Zeltplatz Almke. Ein Ort, an dem jungen Menschen die Möglichkeit gegeben wird etwas Neues auszuprobieren und mit vielen Erlebnissen über den Tellerrand zu schauen. Denn der Zeltplatz bietet mehr, als nur klassisches Campen. Frederik Boog vom Stadtjugendring Wolfsburg führte uns durch das Konzept.

Für viele Wolfsburger noch ein Geheimtipp

In sechs Metern Höhe befinden sich zwei Baumhäuser. / Foto: Stadt Wolfsburg

In sechs Metern Höhe befinden sich zwei Baumhäuser. / Foto: Stadt Wolfsburg

14 Jahre nachdem die Idee entstand und die Planung ins Rollen kam, fand die offizielle Eröffnung 1990 statt. Anfangs bestand die Einrichtung aus dem Zeltplatz und einem Gruppenaufenthaltsraum. Daraufhin wurde 1994 das städtische Freibad übernommen, welches direkt an den Zeltplatz angrenzt. Es wurden Fachangestellte und Rettungsschwimmer eingestellt, womit den Besuchern des Zeltplatzes die Möglichkeit gegeben wurde das Bad während der Saison (Mai bis September) kostenlos mitzunutzen. Mittlerweile ist das Becken auch beheizt und lädt auch an kühlen Tagen zum Schwimmen ein. 2001 folgte ein Seminarhaus, welches ein Selbstverpflegungshaus mit 31 Betten beherbergt. Hier können beispielsweise Schulklassen oder Bildungsveranstaltungen in den großen Seminarräumen und den Zwei- bis Vier-Bett-Zimmern unterkommen. Bis 2009 wuchs das Gelände stetig. Um die Wege kurz zu halten und es somit auch für junge Besucher auf dem Zeltplatz gerecht zu machen, wurde bei der letzten Erweiterung ein Waschhaus errichtet.

Aktivitäten für alle Altersgruppen

Der Zeltplatz Almke bietet viele Beschäftigungsmöglichkeiten. / Foto: Stadt Wolfsburg

Der Zeltplatz Almke bietet viele Beschäftigungsmöglichkeiten. / Foto: Stadt Wolfsburg

Insgesamt beträgt die Fläche nach aktuellem Stand 2,8 Hektar und kann bis zu 1.000 Menschen eine Unterkunft bieten. Aufgrund des großen Areals können die Plätze so organisiert werden, dass einzelne Gruppen getrennt von anderen ihren eigenen „Raum” haben.  So wird vermieden, dass Siebzehnjährige und Siebenjährige sich zwanghaft ihren Platz teilen müssen. Stattdessen können die Interessen der Gruppen beachtet werden. So würde sich eine Gruppe Jugendlicher wohl mehr über die Nähe zum Beachvolleyballplatz freuen, als eine Grundschulgruppe. Ein weiteres Highlight des Jugendzeltplatzes Almke ist das anmietbare Baumhaus. Seit 2007 befinden sich in sechs Metern Höhe zwei Häuser, welche durch eine Terrasse verbunden sind. Das eine bietet Platz, um mit Isomatten und Schlafsäcken darin zu übernachten, während in dem anderen Häuschen Herdplatten, Strom und Sitzmöglichkeiten untergebracht sind. Der zusätzliche Kamin lädt zum gemütlichen Beisammensein ein. Einzig das Baumhaus ist auf dem Zeltplatz privat anmietbar und bietet acht bis zehn Personen die Möglichkeit Kindergeburtstage oder Vorstands-Klausurtagungen zu verbringen.

Teamentwicklung

Foto: Stadt Wolfsburg

Campen und Lagerfeuer gehören einfach zusammen / Foto: Stadt Wolfsburg

Neben dem Raum zum Campen bietet der Jugendzeltplatz auch noch pädagogische Programme zur Teamentwicklung, zum Thema Natur Erleben oder zum selber kochen. Ein Trainerpool von ca. 15 Leuten mit unterschiedlichen pädagogischen Qualifizierungen bietet eine große Vielfalt an Angeboten, die auf die Kunden angepasst werden können. Für Kinder sind häufig die Programme „Ein Tag als Indianer” oder „Wald erleben” spannend. Als Gruppe haben sie die Möglichkeit die Natur mit allen Sinnen zu genießen und Spaß zu haben. Die „Teamentwicklung” ist ein Angebot für alle Altersklassen und Arten von Gruppen. Von Schulen über Jugendtreffs bis Firmen verbringen die Gruppen einen halben bis ganzen Tag zusammen. Je nach Teilnehmerzahl müssen verschiedene Übungen, beziehungsweise Spiele für Kinder, auf der Freifläche, dem Niedrig- oder Hochseilgarten bewältigt werden. Die Teilnehmer sind damit beschäftigt diese Gruppenprozesse zu erleben und zu schauen, inwieweit das Zusammenarbeiten auf der Arbeit oder innerhalb Gruppen wichtig ist. „Dort sehen die Teilnehmer, dass jeder einen Beitrag zum großen Ganzen hat”, erklärt Frederik Boog. „Im Niedrigseilgarten sind zum Beispiel nur Elemente, die man gemeinsam hinkriegen kann.” Dies kann auch zum Kennenlernen von einer neuen 5. Klasse oder einem neuen Auszubildenden-Team beitragen. Da keine genauen Teilnehmerzahlen erfüllt werden müssen, können auch große Teams oder Abteilungen die „Teamentwicklung” durchlaufen. Die Besucher nehmen eine weite Anreise auf sich, um das einzigartige Angebot auszukosten. Die Besucher der 20.000 bis 25.000 Übernachtungen pro Jahr stammen aus ganz Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Durch die Zusammenarbeit des Stadtjugendringes und der Organisation Aktion Mensch, kann die Nutzung der pädagogischen Angebote zu geringeren Preisen angeboten werden, um auch möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu geben, einen Ausflug nach Almke zu unternehmen. Zukünftig ist geplant, die pädagogischen Programmangebote zu erweitern und weiterzuentwickeln, um ein noch größeres Spektrum anbieten zu können, wo jedem die Möglichkeit gegeben wird sich selbst neu zu entdecken.