Modeblog / Foto: Livia Auer

Perfekt gekleidet ins Museum

Gesprächsstoff, Livia Auer, Magazin

Obwohl es kein geschriebenes Gesetz zum Thema Dresscode in Museen gibt, scheint es mir dennoch bestimmte Präferenzen für den Museumsbesuch zu geben. In der Theorie könnt ihr also anziehen, was immer ihr wollt, in der Praxis erweisen sich jedoch manche Kleidungsstücke als weniger sinnvoll. Ich kann euch hier als Insider dienen, nicht nur, weil ich selbst unheimlich gerne ins Museum gehe, sondern auch, weil ich 3 Jahre lang in Frankfurt Kunstgeschichte im Nebenfach studiert habe und dadurch ziemlich viele Eindrücke im Kunst- und Museumsbetrieb aufschnappen konnte.

Black is back

Modeblog / Foto: Livia Auer

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Schon in meinem ersten Semester ist mir dabei aufgefallen, dass 95 % meiner KommilitonInnen schwarz oder dunkelblau trugen. Die anderen 5 % legten auf ihre Kleidung überhaupt keinen Wert, oder waren sehr extravagant gekleidet. Warum entschied sich aber die große Masse für Schwarz? Eine offizielle Erklärung dafür gibt es natürlich nicht, ich kann daher nur interpretieren. Da ich aber auch sehr gerne selbst zu Allblack-Outfits greife, viele Modedesigner und Künstler sind im Übrigen auch oft zurückhaltend gekleidet, ist meine Erklärung recht simpel: Wer schwarz trägt, wirkt immer zeitlos, elegant, smart, gibt den Kunstwerken ihren Raum und versucht nicht ihnen die Aufmerksamkeit zu stehlen.

Der Turtleneck-Trick

Modeblog / Foto: Livia Auer

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Wer besonders intellektuell wirken will, greift nicht nur zu irgendeinem schwarzen Oberteil, sondern zu dem Inbegriff textiler Darstellung von Intelligenz: dem Rollkragenpullover. Er ist das Symbol für Intellektuelle. Wer jetzt noch Brillenträger ist, hat den Jackpot geknackt. Für alle, die jedoch nicht auf eine Sehhilfe angewiesen sind, tut es aber auch eine Uhr. Diese ist natürlich auch besonders praktisch, wenn man mal wieder ganz fasziniert von einem Kunstwerk die Zeit vergisst.

Ruhe, bitte!

Modeblog / Foto: Livia Auer

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Ja, ich gebe es zu. Es gelingt mir nicht immer geräuschlos den Ausstellungsraum eines Museums zu betreten – besonders nicht im Winter. Die meisten meiner Winterboots haben einen kleinen Absatz und machen dementsprechend Lärm. Wenn jedoch der Museumsbesuch nicht spontan, sondern länger geplant ist, nehme ich doch lieber bequemes und leises Schuhwerk. Ähnlich, wie mit der Farbe Schwarz, wollen wir auch nicht mit Geräuschen die Aufmerksamkeit von den Kunstwerken ablenken. Wer auf leisen Sohlen unterwegs ist, zollt der Kunst Respekt. Ganz modern sind aktuell wieder die sogenannten Ugly-Sneaker, welche auf jeden Fall Geschmacksache sind. Alternativ kann man natürlich auch jedes andere Paar Sneaker nehmen.

Der persönliche Touch

Modeblog / Foto: Livia Auer

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Wem schwarze Hose, schwarzer Rollkragen und Sneaker zu langweilig sind, der kann seinem Museumsoutfit natürlich noch einen dezenten persönlichen Touch geben. Ich habe deshalb zu einem zeitlosen, karierten Blazer gegriffen. Smart Casual ist also die Devise. Rollkragen könnt ihr zum Beispiel beim Modehaus Hempel und bei Hallhuber finden. Schwarze Hosen bei s.Oliver und Esprit. Sneaker gibt es bei Deichmann und Galipp, Uhren bei Christ und karierte Blazer bei Orsay, Hallhuber, Hempel und Vero Moda.