Markthalle Wolfsburg

Vom Warenhaus zum digitalen Anlaufpunkt

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Gut zu wissen, Magazin, Nina Tiedcke

Vor fast 15 Jahren, am 29. August 2003, schloss das Wolfsburger Traditionskaufhaus Hertie seine Türen. 1960 eröffnet, war es für viele Wolfsburger ein besonderer Treffpunkt. Kleidung, Kosmetik, Lebensmittel, all das konnte man in dem größten Kaufhaus der Stadt kaufen und im Anschluss Bekannte und Freunde im Hertie Restaurant treffen. Für viele Wolfsburger war Hertie nicht ein gewöhnliches Geschäft, viel mehr war es auch ein Ort der Begegnungen.

Das Gebäude wird wieder zum Leben erweckt

Pop up Markthalle

Stadt Wolfsburg, Volkswagen und VfL Wolfsburg-Fußball GmbH sind an der Pop-up Markthalle beteiligt. / Foto: Thomas Koschel

Nach der Schließung von Hertie wurde 2009 in dem Teil des denkmalgeschützten Gebäudes eine Markthalle eröffnet. Doch das Konzept ging leider nicht auf. Die Händler erzielten nicht die gewünschten Gewinne und so wurde die Markthalle nach nur acht Monaten wieder geschlossen. Danach zogen einige Restaurants und der Jugendtreff „Haltestelle“ in das Gebäude am ZOB ein, welches von den Jugendlichen bis zum heutigen Tage gut und gerne besucht wird. Nun gibt es neue Pläne für das Gebäude: 2018 entsteht dort ein Start-Up und Digital Center, welches eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, Gründer und Bürger werden soll, die sich für die Themen Digitalisierung und Innovationen interessieren. Laut Dennis Weilmann, Dezernent für Wirtschaft, Digitales und Kultur bei der Stadt Wolfsburg, hat das ehemalige Hertie-Gebäude für viele Wolfsburger eine emotionale Bedeutung und gelte in der Stadt als Institution. Es wird spannend sein, das Gebäude wieder zum Leben zu erwecken.

Viele Ideen und Pläne

In dem Zug hat die Stadt Wolfsburg, gemeinsam mit Volkswagen und der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH einiges geplant: Die Coworking Spaces des Schiller40 und des DigitalCube sollen in die Markthalle einziehen und somit Gründern flexible Arbeitsplätze und ein spannendes Netzwerk bieten. In dem Coworking Space sind Gründer aus allen Altersklassen und Branchen willkommen. Diversifikation schafft Raum für neue Ideen und Kreativität. Auch Volkswagen wird Büros vor Ort beziehen. „Uns ist es wichtig, dass die Partner eng beieinander sind und auf Augenhöhe zusammen arbeiten“, so Ralf Sygusch, Referatsleiter für Strategische Planung, Stadtentwicklung und Strategie der Stadt Wolfsburg. Start-Ups und Unternehmen haben in der Markthalle die Möglichkeit, sich auszutauschen und an gemeinsamen Projekten zu tüfteln. Ein öffentliches Café sorgt zusätzlich für eine entspannte Atmosphäre, welches auch für alle Gäste frei zugänglich sein wird. Das neue digitale Center soll nicht nur ein Ort für kreative Ideen sein, sondern auch eine Fläche, die zum Experimentieren einlädt. Das Maker- und Fab Lab bietet den Start-Ups und Unternehmen eine Prototypenwerkstatt mit 3D-Drucker sowie Holz- und Metallwerkzeugen. Zudem wird es einen teilöffentlichen Bereich geben, in dem Interessierte an Workshops und Veranstaltungen, zum Beispiel zu den Themen Augmented- und Virtual Reality, teilnehmen können. Die Smartphoneschule und ein Broadcasting Studio werden das Angebot komplettieren. Besonders wichtig war es allen Partnern des Digital Hubs, dass der Jugendtreff „Haltestelle“ bestehen bleibt. Mit der Eröffnung der neuen Markthalle wird das Angebot für Jugendliche sogar noch erweitert. Der VfL Wolfsburg wird dort Themen in den Bereichen Sport, Fußball, Bewegung und E-Sport/Gaming anbieten. Auch ein Digital-Sports-Field soll es auf der benachbarten Grünfläche für die Jugendlichen geben. Der VfL Wolfsburg freut sich, Teil der Kooperation in der alten Markthalle zu sein. Außerdem sei der Wolfsburger Fußballverein ein Club, der seine Verantwortung in der Region kennt und wahrnimmt. Mit der zentralen Lage des Digital Hubs könne man noch mehr Fans erreichen und den Verein erlebbar machen, berichtete Carsten Ihle, Leiter der Abteilung Fanwesen des VfL Wolfsburg. Das Center wird voraussichtlich im Sommer 2018 eröffnet. Bis dahin gibt es noch viel für die Beteiligten zu tun. Gemeinsam mit der NEULAND muss noch ein Finanzierungsplan erstellt und ein Betreiberkonzept geschrieben werden. Bis zur offiziellen Eröffnung sind verschiedene Pop-Up Veranstaltungen in der ehemaligen Markthalle vom 15. Januar bis 29. März 2018 geplant.

Infobox 1

Projekt ViWo2030+: Im Rahmen des Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ diskutiert die Stadt Wolfsburg aktuell mit Fachleuten und Bürgern zu den Themen Mobilität, Energie und Wohnvielfalt. Wie soll Wolfsburg in Zukunft aussehen und wie soll sich die Stadt entwickeln? Mehr Informationen zu den Workshops gibt es unter www.wolfsburg.de/zukunftsstadt.

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Pop-Up Veranstaltungen ab Januar: Bereits ab 15. Januar 2018 finden in der Markthalle öffentliche Pop-Up Veranstaltungen statt. Das breite Event- und Bildungsangebot richtet sich an alle Bürger, Schulklassen und Start-Ups. Details zu den Veranstaltungen werden auf www.wolfsburg.de/wolfsburgdigital veröffentlicht.

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