Museumswohnung NEULAND Wolfsburg

Wie wohnte der Wolfsburger damals?

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Gut zu wissen, Ingo Bartels, Magazin

Um das Lebensgefühl aus dieser Zeit wirklich greifen zu können, ist der Besuch der Museumswohnung wichtig. Aber danach im modernen Büro über eine Zeit vor 75 Jahren zu schreiben, funktioniert so nicht. Deswegen habe ich mich für diese Aufgabe an den Küchentisch der Museumswohnung gesetzt und ließ die Zeit vergehen.

Eine Welt aus der Vergangenheit

Museumswohnung NEULAND Wolfsburg

Wie lebte der Wolfsburger damals? / Foto: Stadt Wolfsburg

Der Besuch in der Schillerstraße 30 ist eine Zeitreise in die Wohnkultur der 40er Jahre. Um die Frage beantworten zu können, wie die Wolfsburger einst lebten und welche Wohnstandards vorhanden waren, lohnt sich ein Besuch. Schon beim Betreten der Wohnung spürt man die Historie. Der Flur ist schmal und kurz. Linker Hand liegt das spärlich ausgestattete Bad. Das Zimmer rechts ist das Schlafgemach mit Nähmaschine, danach folgt das Kinderzimmer, das für ein, zwei oder drei Kinder reichen musste. Der größte Raum ist die Küche mit Esszimmer, in dem ich diesen Beitrag verfasse.

Die Wohnung wurde liebevoll von der NEULAND Wohnungsgesellschaft zum Leben erweckt und original eingerichtet. Dabei wurden die Oberflächen der Decken, Wände und Fußböden wiederhergestellt. Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallationen wurden, sofern möglich, durch originale Ausbauteile ergänzt oder ersetzt. Auch eine alte Porzellanklingel und eine originale Antennensteckdose sind in der Museumswohnung zu finden. Der größte Teil der Arbeiten wurde von den Handwerkern des NEULAND-Bauhofes ausgeführt. Doch auch NEULAND-Mieter und interessierte Bürger halfen, die Wohnung zu vervollständigen. Einige von ihnen hatten beispielsweise benötigtes Mobiliar in ihrem Schrebergarten stehen.

Erinnerungen an die Großeltern

Museumswohnung

Eine Reise in die Vergangenheit / Foto: Stadt Wolfsburg

Hier in dieser Museumswohnung zu sitzen, erinnert mich stark an die Einrichtung meiner Großeltern. Der Küchenherd wurde noch befeuert und die Schränke waren niedlich verziert. Statt moderner Griffe findet man an den Schranktüren meist Schlüssel zum Verschließen der Schubladen. Beim Einschalten des Lichtes muss man einen Schalter drehen bis er einrastete. Alles Zeitzeugen, an die man sich noch erinnert, denkt man an die sonntäglichen Besuche bei der Großmutter zurück. Auch wenn die Wohnung für heutige Ansprüche spärlich eingerichtet ist, wissen wir, dass die Wolfsburger Bürger für die damalige Zeit einen hohen Lebensstandard in den Wohnungen hatten.

Infobox

Die Museumswohnung ist sonntags von 10:00 bis 12:00 Uhr geöffnet.

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