DD KONZEPT bei der Besprechung / Foto: Thomas Koschel

DD KONZEPT: Das Wolfsburger Kreativ Appartement

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Ingo Bartels, Karriere, Magazin

Michael Dockter und Edgar Diener kamen vor acht Jahren auf einem Parkplatz in Westhagen ins Gespräch und beschlossen die Agentur DD KONZEPT zu gründen, die heute ihren festen Platz in der Wolfsburger Agenturlandschaft hat. Wir besuchten die Agentur für visuelle Identitäten, DD KONZEPT, und begleiteten Jill Uhe, um mehr über den Beruf des Mediendesigners zu erfahren.

Alles begann auf einem Parkplatz in Westhagen

DD KONZEPT Inhaber Michael Dockter und Edgar Diener

DD KONZEPT Inhaber Michael Dockter und Edgar Diener. / Foto: Thomas Koschel

Beide kannten sich schon länger aus der gemeinsamen Kirchen- und Jugendarbeit in Westhagen. Dennoch hatten sie sich etwas aus den Augen verloren, ehe sie sich 2009 auf einem Parkplatz trafen und darüber sprachen, etwas verändern zu wollen. Der damals 29-jährige Dockter hatte Kulturwissenschaften, Wissensmanagement und Logistik an der Universität in Magdeburg studiert und arbeitete bei der Volkswagen Financial Services in der IT-Abteilung. Der fünf Jahre jüngere Diener hatte Politik, Soziologie und Marktforschung in Gießen studiert und verfügte über Berufserfahrung in der Unternehmensberatung. Beide wollten schon als Studenten ein eigenes Unternehmen gründen und kamen schnell auf einen Nenner. Die frisch gegründete GbR DD KONZEPT erhielt sehr schnell ihren ersten Auftrag vom Familienservice Wolfsburg. Sie befragten 3.500 Eltern und gaben klare Handlungsempfehlungen anhand der Resultate für die weitere strategische Kommunikation sowie die Marketingaktivitäten. Auf Wunsch des Kunden kümmerte sich die Agentur auch um die Umsetzung der Handlungsempfehlungen.

Die Agentur wächst jährlich an

DD KONZEPT Teambesprechung mit Edgar Diener und Michael Dockter

Bei vielen Meetings hat Junior Art Director Jill Uhe das sagen. / Foto: Thomas Koschel

Die ersten Freelancer erhielt fortan so viele Aufträge, dass sie 2010 eingestellt wurden. Von der Dieselstraße 33 aus ging es im Mai 2010 mit zwei Grafikern bereits etwas größer weiter. Früher wie heute legten die beiden Geschäftsführer ihren Fokus auf strategische Beratung und Konzeption: „Eines unserer Prinzipien lautet: Wie hören nie auf zu fragen. Und genau das tun wir, bevor der erste Pixel gestaltet wird“, erklärt Michael Dockter. Die ersten Aufträge der Stadt Wolfsburg ließen nicht lange auf sich warten. Darunter der Blog für Oberbürgermeister Klaus Mohrs, der sogar bis Anfang 2017 online war. Die Umsetzungen kamen gut an und die Agentur wuchs fortan im Schnitt um einen Mitarbeiter pro Jahr. 2010 war auch das Jahr wo Jill Uhe von Hameln nach Wolfsburg zog. Sie absolvierte ein duales Studium bei einer ansässigen Agentur und an der DHBW Ravensburg und schloss dieses mit einem Bachelor 2014 ab. Die Mediendesignerin bewarb sich initiativ bei DD KONZEPT und wurde prompt eingestellt. Nachdem die Agentur weiter wuchs, wurden auch mehr Strukturen nötig. Deswegen darf sich die 26-Jährige heute Junior Art Director nennen und betreut große wie kleine Kunden immer mit dem gleichen Ansatz. „Bei jedem Entwurf geht es darum, das Grundbedürfnis herauszuarbeiten“, erklärt sie den strategischen Aspekt ihrer Tätigkeit. Den beiden Agenturchefs ist es wichtig, dass die Mitarbeiter gefördert werden. „Wir haben Jill dieses Jahr nach Hamburg in den Art Directors Club geschickt und sind zur Corporate Identity Conference nach Bielefeld gefahren“, erklärt Edgar Diener. Ihr erster Auszubildender heißt Justin und lernt nächstes Jahr als Mediengestalter Digital & Print aus. Komplettiert wird das Team derzeit von Kim Ullmann (Mediendesignerin), Luigi Laita (Account/New Business Manager), Anis Kammoun (Webentwickler) sowie Tom Luschert (Praktikant). „Wir legen Wert auf eine gute und harmonische Kundenbeziehung“, so Michael Dockter. Als Agentur für visuelle Identitäten wird das große Ganze gesehen und immer hinterfragt, in welchem Kontext sich das Unternehmen und damit die Aufgabenstellung befindet.

Erfolgreiche Kampagnen für die Stadt Wolfsburg

DD KONZEPT Werbeagentur aus Wolfsburg

Eine wichtige Voraussetzung für kreative Ideen.

Nach nunmehr acht Jahren kommunizieren sie das ihrem Kundenkreis und positionieren sich damit auch im Agenturmarkt. Stolz sind sie auf Kampagnen wie „Wohnen und Bauen“ oder dem „E-Mobility Cube“, der gerade beim Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr in Dessau ausgezeichnet wurde. Seit Beginn ihrer Tätigkeit haben sie sich nicht als Zulieferer von Grafikleistungen gesehen, sondern als Sparringspartner auf Augenhöhe, der wichtige Fragen stellt. „Manche Kunden wundern sich zunächst über die vielen Fragen, aber für die Entwicklung einer individuellen Identität ist es erforderlich“, erklärt Diener. „Diese Identität sichtbar zu machen ist dann der Teil, bei dem ich ins Spiel komme,“ wirft Jill Uhe ein. In ihrem Studium hat sie gelernt sehr konzeptionell zu denken und im Praxisteil auch anzuwenden. Ihr gefällt es, dass sie die Entwicklung von logisch durchdachten visuellen Konzepten verfolgen kann, angefangen bei der Recherche über die Definition der Vision und Mission sowie der Werte, die den Kunden ausmachen. Zwischen 8:00 und 9:00 Uhr beginnt der Arbeitstag im Kreativ-Appartement und die ersten Stunden werden für die kreativ-konzeptionelle Arbeit genutzt, ehe es um 11:00 Uhr ein internes Meeting gibt. Den Nachmittag verbringt sie größtenteils mit Detailarbeit, Korrekturen und Kundenfeedback sowie mit dem Prüfen und Erstellen von Druckdaten. Um 18:00 Uhr ist in der Regel Feierabend. „Es ist schon untypisch für eine Agentur, dass wir nicht bis spät abends arbeiten müssen und das Wochenende frei haben“, erklärt Uhe das gute Arbeitsklima bei DD KONZEPT, die ihren Sitz seit einem Jahr in Westhagen haben. Typisch hingegen für kreative Agenturen sind die Orte zum Abschalten. Im zweistöckigen Büro gibt es deshalb eine schöne Terrasse mit Kamin, eine Küche zum gemeinsamen Kochen sowie eine Mini-Tischtennisplatte. Edgar Diener und Michael Dockter sind nicht der Typ Chef, der aus seinem Büro die Agentur steuert. Sie kümmern sich darum, dass alle Spaß an der Arbeit haben und die Stimmung gut ist. Da kommt es auch schon mal vor, dass Mitarbeiter Spitznamen kriegen. „Ich werde hin und wieder als Eisprinzessin bezeichnet“, lacht Jill Uhe und ergänzt, „weil ich nicht leicht zufriedenzustellen bin.“ Gute Stimmung und Diskussionen sorgen aber auch dafür, dass die Ergebnisse stimmen. Das motiviert das gesamte Team und freut den Kunden.

Werdegang in der Werbebranche

DD KONZEPT Karriereweg eines Grafikers

Trotz Studienabschluss beginnt die Karriere in einer Agentur als „Junior“.

  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur)
  • Ausbildung Mediengestalter
  • Studium (Bachelor) Mediendesigner
  • Studium (Master) z.B. User Interface
  • Junior Art Director
  • Art Director
  • Senior Art Director
  • Creative Director

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