EinStimmen / Foto: Susanne Berlin

Mach mehr aus deiner Stimme

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Jana Wosny, Magazin, Unterhaltung

Jeder Mensch ist individuell. Auch seine Stimme. Egal, welche Ziele man verfolgt, ob Hobbysänger oder Profi, Vorbereitung für ein Casting oder einen Auftritt. Mit Stimmtraining kann man nicht nur das Potential seiner eigenen Stimme entdecken, sondern es können unter anderem Stimmprobleme behoben und Selbstsicherheit gestärkt werden. 

Frontfrau und Vocal Coach

Hier beginnt die gemeinsame Reise zwischen Vocal Coach und Gesangsschüler / Foto: FLOW WOLF

Hier beginnt die gemeinsame Reise zwischen Vocal Coach und Gesangsschüler / Foto: FLOW WOLF

Singen ist sehr persönlich und emotional, weshalb ein Vertrauen zwischen dem Schüler und dem Coach essentiell ist. „Jeder Schüler ist anders”, erzählt Susanne Berlin. Die Wünsche, Musikgeschmäcker und Erfahrungsstände sind bei Jedem unterschiedlich. Die Probestunde ist deshalb gefüllt mit vielen Fragen, denn das primäre Ziel als Vocal Coach ist, dem Schüler nach seinen Vorstellungen zu helfen und zu unterstützen. Der eigene Musikgeschmack des Coaches soll dabei keine Rolle spielen. Um einen ersten Eindruck von der Stimme zu bekommen wird anfangs entweder ein Song angesungen oder es werden Übungen am Klavier gemacht. Daraufhin werden die ersten Auffälligkeiten und mögliche weitere Verläufe besprochen.
Die wichtigste Voraussetzung: Spaß! So ist auch Susanne selber zum Singen gekommen. Bereits im Kindergartenalter hat sie sich auf der Bühne wohl gefühlt und hat auch in den darauffolgenden Jahren in der Schule am Schulchor teilgenommen. Ihre Gesangskarriere startete sie dann mit 16 Jahren. Die kommende Zeit verbrachte sie viel auf der Bühne mit Cover-Bands und lernte viel aus der Praxis. Besonders, da die älteren Bandmitglieder sich nicht mit jeder Kritik zurückgehalten haben. Das war für Susanne jedoch nur der Ansporn besser zu werden. Im Laufe der Zeit entstand der Wunsch eigene Songs zu schreiben, weshalb sie 2009 mit ihrem Gitarristen die Band „Suzen’s Garden” gründete. Da Susanne bis dato auf der Bühne bloß Songs von anderen Sängern gesungen hatte, wollte sie irgendwann mehr über ihre eigene Stimme erfahren und herausfinden, wie sie selbst klingen möchte. Deshalb nahm sie an einem Intensiv-Workshop in der Nähe von Hamburg teil, woraufhin eine Ausbildung zum Rock-Pop Vocal Coach folgte. Seit 2014 unterrichtet Susanne jeden Gesang-Liebhaber ab 12 Jahren. Nicht nur Susanne hat sich die letzten Jahre verändert, sondern auch ihre Band. Suzen’s Garden wurde erst einmal auf Eis gelegt und seit dem letzten Jahr arbeitet sie zusammen mit ihren Mitmusikern an einem neuen Konzept, neuen Songs und an einer neuen Show. 2020 soll Valid blU erstmals live zu hören und zu sehen sein.

Individuelle Kommunikation

Singen soll vor allem eines: Spaß machen / Foto: FLOW WOLF

Singen soll vor allem eines: Spaß machen / Foto: FLOW WOLF

Der gemeinsame Weg, den Susanne mit ihren Schülern geht, basiert vor allem auf Kommunikation. Egal, ob nach Aufwärmübungen, Singen von Songs, Atem- oder Technikübungen, wie Gehörschulungen oder Intervalle singen, versucht sie sich mit den Lernenden zu verständigen: Hat sich das gut angefühlt? Ist es besser als vorher? „Ich lerne ebenfalls mit jedem Schüler, den ich unterrichten darf”, erklärt Susanne. Aber auch außerhalb des Unterrichts stehen als Vocal Coach für sie Weiterbildungen auf dem Plan, um möglichst individuell auf jeden Schüler eingehen zu können. Neben den offenkundigen Übungen achtet Susanne besonders auf ökonomisches Singen. Stimmbandknötchen, welche durch falschen Einsatz der Stimme und Atmung entstehen können, treten vor allem bei Sängern und Vielsprechern auf. Dies kann im schlimmsten Fall zu dauerhaften Schäden der Stimme führen. Mit individuellen Übungen zeigt Susanne ihren Schülern, wie man mit Power in der Stimme singen kann, ohne dass es gesundheitsschädigend ist. 

Experimenteller Stimmeinsatz

Stimmtraining als die etwas andere Sportart / Foto: Susanne Berlin

Stimmtraining als die etwas andere Sportart / Foto: Susanne Berlin

Gerade im Fernsehen wird häufig ein etwas falsches Bild über das Singen vermittelt. Aufgrund dessen steht bei vielen die Angst im Wege. Ein schiefer Ton führt oftmals dazu, dass man sich verkrampft und verunsichert ist. Viele sind der Meinung, entweder habe ich das Talent zum singen oder nicht. Das ist sehr schade! Denn wie mit jedem anderen Instrument kann man auch lernen mit seiner Stimme umzugehen. Susannes Tipp an jeden, der Singen lernen möchte: Sich selbst Zeit geben. Niemand ist anfangs perfekt, denn die Stimmlippen sind Muskeln. Auch die kann und muss man trainieren, um seinen Gesang zu verbessern. „Wie beim Sport, sage ich immer”, lacht Susanne. Mit Spaß beim Experimentieren und Ausprobieren geht das am leichtesten. Wer Susanne Berlin einmal für eine Probestunde aufsuchen möchte, muss in Vorsfelde in einen Hinterhof. Dort liegt ihr Studio sehr versteckt, auch ein Grund, um ungesehen seine Stimmbänder zu trainieren. Wer jedoch gar nicht für das Singen zu begeistern ist, dem bleiben die Konzerte von Susannes Band. Vorausgesetzt man mag es etwas rockiger und experimenteller.

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