Escape City / Foto: Andreas Bräunlich

Spiel auf Zeit

Julia Lübcke, Magazin, Unterhaltung

Sich freiwillig in einen mysteriösen Raum einschließen zu lassen, klingt im ersten Moment nicht gerade nach Spaß. Bei Escape City in Wolfsburg ist das allerdings anders. Der Hype um sogenannte Escape Rooms ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Die Idee dahinter? Man versucht meist mit einem Team durch das Lösen von Rätseln aus einem verschlossenen Raum zu entkommen.

Piraten-Abenteuer

Die gelungene Dekoration versetzt einen in eine andere Welt / Foto: Andreas Bräunlich

Die gelungene Dekoration versetzt einen in eine andere Welt / Foto: Andreas Bräunlich

Diese Räume stehen im Allgemeinen immer unter einem ganz bestimmten Motto. Bei Escape City stehen dir gleich vier verschiedene Geschichten zur Auswahl: Fluch der Karibik, bei der man ein Piratenschiff kapern muss, Walking Death, die sich um eine Zombie-Apokalypse dreht, Top Secret, in der man als Geheimagent aus einem Gefängnis entkommen muss, um geheime Baupläne aus einem Tresor zu stehlen, und Tutanchamun, bei der man das Geheimnis des großen Pharaos lüften muss. Wir vom Team FLOW WOLF haben die Herausforderung angenommen, das Piratenschiff „Queen Anne’s Revenge“ einzunehmen. Nach einer kurzen Einweisung von Standortleiter Justin Schadlowsky geht es auch schon für uns los. Zu fünft betreten wir den ersten Raum. Das Licht ist gedimmt und unser erster Blick fällt auf das große, hölzerne Ankerrad in der Mitte des Raumes. 60 Minuten haben wir Zeit, um das Abenteuer zu bestreiten. Sofort machen wir uns auf die Suche nach Hinweisen, die uns Schritt für Schritt der Lösung näherbringen sollen.

Rätsel lösen unter Zeitdruck

Das Team FLOW WOLF stand vor einigen kniffligen Aufgaben / Foto: Andreas Bräunlich

Das Team FLOW WOLF stand vor einigen kniffligen Aufgaben / Foto: Andreas Bräunlich

Schon nach ein paar Minuten hat man die reale Welt da draußen vollkommen vergessen und taucht komplett in die Piratenwelt ein – schon allein wegen der gelungenen Dekoration des Raumes: alte Fässer, piratentypische Totenschädel und Dolche in der Wand bestimmen das Ambiente des Raumes. Wir untersuchen jedes Möbelstück und jeden Winkel des Raumes nach möglichen Hinweisen. Nach einer gewissen „Einarbeitungszeit“ haben wir den Dreh raus und lösen ein Rätsel nach dem anderen. Logisches Denken ist hierbei unser Freund und Helfer, denn die Hinweise verbergen sich überall im Raum. Um manche zu entdecken, benötigen wir bestimmte Hilfsmittel, die meist durch ein vorher gelöstes Rätsel „freispielt“ werden. Kommen wir mal nicht weiter, hilft uns Justin über einen Lautsprecher, der unser Treiben die ganze Zeit über Kameras verfolgt. Durch das Öffnen eines weiteren Zahlenschlosses gelangen wir letztendlich in einen weiteren Raum. In den letzten paar Minuten kommen wir ganz schön ins Schwitzen, denn die Zeit zu entkommen wird knapp. Nachdem uns Justin ein paar Minuten Aufschub gewährt, lösen wir das letzte Rätsel und dürfen den Raum wieder verlassen.

Themenräume für jeden Geschmack

Alle Räume von Escape City sind für 2 bis 6 Spieler geeignet / Foto: Andreas Bräunlich

Alle Räume von Escape City sind für 2 bis 6 Spieler geeignet / Foto: Andreas Bräunlich

Erfüllt vom Erfolgsgefühl rekapitulieren wir unser Abenteuer. Selbst nach dem Spiel sorgt unser Escape Room weiter für Gesprächsstoff: Welche Rätsel haben uns besonders gut gefallen oder was hätte man besser machen können. Die Auflösung von nicht gelösten Rätseln gibt´s natürlich im Anschluss von Justin. Seiner Meinung nach haben wir uns ganz gut geschlagen – und er muss es wissen, immerhin hat er jeden Tag mit Rätselhungrigen wie uns zu tun. Vorher arbeitete er in einem Kindergarten und erst nebenbei bei Escape City: „Aus dem Nebenjob heraus ist dann jetzt die Standortleitung hier geworden“ und das hauptberuflich. Ab April 2019 ist Justin für noch einen weiteren Standort zuständig. Wenn alles nach Plan läuft, eröffnet Escape City nämlich im Mai 2019 einen zweiten Standort mit neuen Geschichten in Hamm. Justin erzählt uns, dass die Mitarbeiter im Einstellungstest mindestens zwei der vier Räume spielen müssen. Immerhin sind sie dann die Experten, die den Spielern mit Rat und Tat zur Seiten stehen werden. Neben der Gästebetreuung zählt auch das Wiederherrichten der Räume zu den Aufgaben der Mitarbeiter. Durch das Aufräumen, was ca. 30 Minuten in Anspruch nimmt, lernt man zudem wie die Räume funktionieren. Alle Räume von Escape City sind für zwei bis sechs Spieler ab 14 Jahren geeignet. Eine Ausnahme bildet der Raum Walking Death: aufgrund seines Gruselfaktors darf man ihn erst ab 16 Jahren spielen. Grundsätzlich ist das Prinzip hinter den vier Räumen immer ähnlich. Manche Rätsel sind komplexer, manche einfacher. Laut mehreren Kundenfeedbacks soll der Raum Top Secret der anspruchsvollste sein, der aufgrund seiner technischen Spielereien wie Laserstrahlen übrigens auch Justins Lieblingsraum ist. Seit August 2018 gibt es Escape City in Wolfsburg. Auf die Frage, welche Themen er persönlich gerne einmal in einem Escape Room umsetzen würde, antwortet Justin lachend: „Ja, was bietet sich hier anderes an als Automobil? Da könnte man vielleicht mal was draus machen.“ Wir sind auf jeden Fall gespannt und kommen gerne wieder, um auch die anderen und kommenden Räume auszuprobieren.