Schon seit fast 40 Jahren gibt es in Wolfsburg den Sonnenschein Biomarkt. Mit einem einst 50 Quadratmeter großen Laden in der Rothenfelder Straße fing Julia Mondry an, ihren Traum der Selbstständigkeit zu leben. Sie war die erste Wolfsburgerin, die fleischlose Alternativen zum Mittagstisch anbot und galt damals als Öko. Heute ist sie damit Trendsetterin. Nach einem Umzug in die Friedrich-Ebert-Straße, erfolgte 2007 dann die Eröffnung des heutigen Biomarktes in der Goethestraße. Auf einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern gibt es überwiegend regionale und frische Produkte. Viele Stammkunden nutzen das breite Angebot. Was in der heutigen Zeit immer mehr zum Trend wird – das Thema der Nachhaltigkeit – wurde hier bereits vor fünf Jahren als Maßstab gesetzt.  

Mitarbeiterin Julia Mondry
Katrin Haudel und Julia Mondry. Foto: FLOW WOLF

Konsequent Plastikfrei

Ein prägnanter Wendepunkt sorgte vor rund fünf Jahren dafür, dass der heute so beliebte Markt auf Plastik verzichtete. Auch politisch wurde damals aufgeklärt. Mehr und mehr wurden Firmen im Sortiment aufgenommen, bei denen auf Nachhaltigkeit gesetzt wird. Nudeltüten bestehen heute nicht mehr aus Plastik, sondern wurden durch Papier, Holzfaser u.Ä. ersetzt. Zum Beispiel die Marke Sonnentor steht dafür, dass Plastik nur etwas für Barbies ist und produziert seit 2008 plastikfrei. „Neu ankommende Waren werden in Transportboxen geliefert“, erklärt Mitarbeiterin Lisa, „auch dort wird heute auf Plastik verzichtet“. Bei flüssigen Lebensmitteln wird stets auf die Wiederverwertbarkeit der Verpackung geachtet. Der Markt hat überwiegend Glasflaschen im Sortiment. Hast du gewusst, dass eine Glasflasche zwölf bis fünfzehn Mal wiederverwendet wird? Erst dann wird sie aus ästhetischen Gründen nicht noch einmal genutzt.  
 

Der Sonnenschein Biomarkt hat im letzten Jahr die Nachhaltigkeitsurkunde 2020 erhalten. Durch 972 nicht folierte Rollwagen, kam es beispielsweise zu einer Einsparung von 10.886 Quadratmetern Folie. Auch auf 2.981 kg Karton wurde durch die Nutzung der Mehrweg-Kisten verzichtet. Julia Mondry und ihrem Team ist es wichtig so wenig Abfälle wie möglich zu produzieren.  

Resteverwertung gegen die Lebensmittelverschwendung 

In Deutschland werden jährlich 75 Kilo Lebensmittel pro Kopf weggeworfen. Das ist unnötig, sagt Julia Mondry und verwertet sämtliche Reste. So bietet der Markt ein frisch zubereitetes Mittagsangebot aus hochwertigen Bio-Zutaten an. Die deutsche und internationale Küche wird gut angenommen. Rund sechzig Mahlzeiten gehen hier mittags über die Ladentheke. Was beim gesunden Angebot übrig bleibt, wird weiterverwertet oder weitergegeben. Der Sonnenschein Biomarkt ist Mitglied beim Foodsharing, die auch in Wolfsburg Lebensmittel retten. Hierbei ist das Ziel die Wegwerfkultur von Lebensmitteln und anderen Ressourcen zu vermeiden – als Foodsaver gehören sie mittlerweile zu einer internationalen Bewegung. „Wir verschenken Lebensmittel doch lieber, als sie wegzuwerfen“, so Lisa – eine Mitarbeiterin, die leidenschaftlich hinter dem Konzept steht. 

Für Qualität und Nachhaltigkeit

Warum eigentlich Bio-Produkte? Aus Überzeugung lautet die klare Antwort im Team. Der ökologisch kontrollierte Anbau ohne Gentechnik sowie die artgerechte Tierhaltung stehen hier im Vordergrund. Das die Bio-Produkte besser schmecken, ist bekannt, dass sie sich aber auch positiv auf unser Klima auswirken, spielt ebenfalls eine Rolle. Es kommt durch den Verzicht auf Stickstoffdünger nämlich zum geringeren Ausstoß von Treibhausgasen. Somit tun Konsument:innen gleichzeitig noch etwas für unsere Umwelt.  

Und worin lassen sich Bio-Produkte oder auch ein leckerer Kaffee to go besser mitnehmen als in Mehrwegbehältern von REBOWL oder RECUP? Im Markt wird mit dem etablierten Pfandsystem zusammengearbeitet. Einwegverpackungen können hier durch die nachhaltige Alternative ersetzt werden. Die zu 100 % recycelbare und BPA freie Pfandschale zählt zu den grünen Vorreitern und kann gegen Pfand ganz einfach mitgenommen, wiederaufgefüllt oder zurückgegeben werden. Der RECUP-Becher ist in verschiedenen Größen erhältlich und ist sogar spülmaschinenfest, was für mich persönlich ein absoluter Pluspunkt ist.  

Mehrwegbehälter Recup
Der nachhaltige Recup. Foto: FLOW WOLF

Regionale Produkte für langfristige Lieferbeziehungen 

Wo die Ware auf der Ladenfläche herkommt, können die mittlerweile neunzehn Mitarbeiter beantworten und falls Fragen zu den Bio-Lebensmitteln aufkommen, klärt das Team immer freundlich auf. Die Rohstoffe werden weitgehend von regionalen Lieferanten bezogen, weil auf langfristige Lieferbeziehungen zu lokalen Partnern gesetzt wird. Zum Beispiel kommt das Gebäck aus der Fallersleber Backwaren Manufaktur (FBM). Jedes einzelne Gebäckstück wird hier noch von Hand gemacht. Auch dort wird bei den Rohstoffen auf höchste ökologische Qualität geachtet. Ingo Spelly – Geschäftsführer der FBM – ist auch oft zum Mittagstisch beim „Sonnenschein“ anzutreffen.  
 
Im Biomarkt findest man alles von veganen über vegetarische, laktosefreie bis hin zu glutenfreie Produkte. Für Fleischliebhaber gibt es selbstverständlich auch eine Auswahl aus artgerechter Tierhaltung. Angefangen beim Frühstück übers Mittagessen oder auch zum Wocheneinkauf – hier bist du gut beraten und rundum versorgt. Wenn du Natur- und Feinkost in Wolfsburg möchtest, bist du im Sonnenschein Biomarkt genau richtig. Und das Personal strahlt wie der Name eben auch einfach immer. KH