Florian Oswin Hary im Interview

Florian Oswin Hary ist Vorsitzender des Bezirksverbandes Braunschweiger Land – Harz der DEHOGA. Demnach vertritt er damit knapp 550 Unternehmen, die im DEHOGA organisiert sind. Der Bezirksverbandsvorsitzende ist mit seinem Unternehmen Florian Hary Consulting selbständig. Darüber hinaus betreibt er das Parkhotel Bad Harzburg und das Sonntagshotel in Helmstedt sowie die Glöckl Imbissbetriebe in Wolfsburg. Mit FLOW WOLF hat der gelernte Hotelfachmann über das Thema “lokal essen gehen” während der Corona-Pandemie gesprochen.

1) Definieren Sie „lokal essen gehen“.

„Lokal essen gehen“ bedeutet für mich, dass wir uns in einem geringen Umkreis von zu Hause bewegen und unserer lokalen Restaurants unterstützen – Ob nun den kleinen Italiener an der Ecke mit der leckeren Pizza oder das schicke Restaurant. Grundsätzlich finde ich es schwierig, das Wort „lokal“ einzugrenzen. Denn zahlreiche Restaurants finden sich tatsächlich im Umkreis von drei bis vier Kilometer um den eigenen Wohnort. Allerdings gibt es auch Restaurants, die eben nicht um die Ecke liegen, für die muss man dann auch mal 30 Kilometer fahren.

2) Was unternimmt der lokale Gastronom, um dem Kunden ein (Geschmacks-) Erlebnis zu ermöglichen?

Die Frage ist schwer pauschal zu beantworten. Grundsätzlich gehe ich immer davon aus, dass jeder Gastronom im Rahmen seiner Möglichkeiten den Gästen ein Erlebnis beim Besuch des Restaurants ermöglicht. Das kann von der persönlichen Ansprache bis hin zu besonderen Speisen oder besonderen Zubereitungen reichen. Manchmal ist auch der Ort besonders, der das Restaurant zu einem Erlebnis macht.

3) Heißt lokal auch digital?

Digitales Essen ist sicherlich schwierig umzusetzen, gleichwohl wir uns in Coronazeiten dies manchmal wünschen würden. Es gibt digitale Konzepte, die sehr gut sind, wie z.B. Wein- oder Gintastings, die man in digitaler Art und Weise machen kann. Lokal schließt nicht aus, dass man seine Gäste auch digital erreicht. Dennoch ist Essen gehen eher etwas, was man vor Ort machen möchte. Ich freue mich, dass viele Gäste von den Kollegen, Speisen abholen und zu Hause essen. Jedoch ist das nicht das gleiche Erlebnis, wie ein Restaurant zu besuchen. Daher ist „lokal essen zu gehen“, schwierig digital umzusetzen.

4) Welche Maßnahmen werden lokal umgesetzt?

Die Gastronomie hat sich schnell angepasst. Natürlich holt man damit nicht das Geschäft auf, was einem entgangen ist. Dennoch bieten viele Lokale, Speisen-to-Go oder auch attraktive Kochboxen für zu Hause. Es ist schön zu sehen, dass Ideen geboren worden sind, die auch umgesetzt werden.

5) Was wünschen Sie sich von den Kunden?

Ich wünsche mir, dass die Kunden weiterhin so fleißig ihre lokalen Restaurants unterstützen und auch weiterhin die Angebote, die es gibt, genutzt werden.

6) Wie muss sich die Gastronomie ändern, um seine Kunden zu erreichen?

Aktuell sehe ich die Gastronomie, in dem Rahmen, der uns angeboten wird, sehr gut aufgestellt. Die Gastronomie kann aktuell nur mit To-Go-Produkten, Wohnmobilkonzepten, Kochboxen etc. überleben und agieren. Ich freue mich über jeden Gastronomen, der ein tolles Konzept verfolgt und damit in dieser schwierigen Zeit etwas anbietet.

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