Das ET Zweiradmuseum befindet sich in Grußendorf in der Samtgemeinde Sassenburg und hatte seinen Anfang im Lerchenweg im Wolfsburger Stadtteil Hellwinkel. Über 200 Fahrzeuge werden dort heute mit sehr viel Leidenschaft von Tobias und Egon Tantius ausgestellt. Das Motto Räder, Menschen & Geschichten wird von beiden sehr leidenschaftlich gelebt. Eine Zeitreise in die Vergangenheit, die auch in die regionalen ZeitOrte aufgenommen wurde.

Mit 16 Jahren beginnt die Leidenschaft von Egon Tantius

Egon Tantius Moped Leidenschaft
Die Banane ist Egon Tantius Lieblingsstück in der Ausstellung.

Bereits mit 16 Jahren zeigt Egon Tantius sein Interesse für Zweiräder und streicht eine NSU Quickly vom Vater um. Er repariert im Keller des Hauses Fahrräder und Mopeds und macht sich in den Sechziger Jahren als Zweirad Doktor einen Namen. Wie viele Wolfsburger zieht es ihn beruflich in das Volkswagenwerk, wo er bis zu seiner Rente arbeitet. In seiner Freizeit kümmert er sich mit viel Leidenschaft und Fachwissen den damals sehr beliebten, da günstigen, Zweirädern mit und ohne Motor. Sein Sohn Tobias, der 1972 in Wolfsburg geboren ist, wächst ein junger Mann heran, der seine Leidenschaft teilt und viel vom Vater lernt. Ab 1991 unterstützt er den Vater tatkräftig. Die Sammlung an Fahrrädern, Motorrädern und Mopeds wächst stetig an bis Egon Tantius über 100 Modelle sein eigen nennt. Auf der Suche nach einer größeren Lagerfläche wird er in Wolfsburg nicht fündig.

Grußendorf bietet den größeren Platz für das ET Zweiradmuseum

Viel Platz im ET Zweiradmuseum Grußendorf
Kreidler gehört mit zur Ausstellung.

1995 folgt der Wegzug aus Wolfsburg, denn in Grußendorf bietet sich auf einem Grundstück im Birkenweg, die Möglichkeit hinter dem Haus genügend Lagerfläche zu schaffen. Tobias bleibt weiter im Lerchenweg wohnen und betreibt dort nebenbei einen Autohandel. Mit dem Umzug nach Grußendorf nennen beide ihre Oldtimer-Sammlung „ET Zweiradmuseum“. Dabei stehen die Initialen nicht für Egon Tantius, sondern für Egon und Tobias, die gemeinsam am Ausbau des Museums arbeiten. Es spricht sich rum, dass sich beide sehr gut auskennen. Bis heute stehen im Museum über 200 Modelle. So können sie die Ausstellung, die um die 80 Modelle umfasst, in zeitlichen Abständen umbauen. Schwerpunkt der Ausstellung sind Mopeds der Fünfziger und Sechziger Jahre. Moped steht im übrigen für „Motor und Pedal“. Ein Begriff der 1953 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA) in Köln erfunden. Viele Modelle, insbesondere Mopeds, sind nicht mehr fahrtüchtig, wenn sie das ET Zweiradmuseum erreichen. „Ich repariere immer noch sehr gerne“, erklärt Egon Tantius und ergänzt, „auch die alten Fahrräder der älteren Bürger in Grußendorf.“ Die kommen zu ihm und fragen, ob er nicht helfen könnte. Man merkt in den Gesprächen, dass nicht nur sehr viel Leidenschaft in dem Tüftler schlummert, sondern auch Fachwissen und geschichtliches Know-how, um die Oldtimer mit Leben zu füllen. Dabei legen beide ihren Fokus auf die regionale Zweiradhistorie aus dem Raum Hannover (eine von fünf Modellen einer RUNGE von 1924 zählt zu den Ausstellungsstücken) und Braunschweig (Zweiräder der Pantherwerke sind ebenfalls ausgestellt). Eine der Geschichten dreht sich um eine Sitta-Credette aus dem Jahr 1955. Der Eigentümer lebte in Detmerode und fuhr über zwei Jahrzehnte mit dem Moped ins VW-Werk zur Arbeit. Er baute sein Moped mit einem zusätzlichen Licht, einem Gepäckträger und einer Signallackierung um. Grund genug das Moped im Originalzustand auszustellen. „So wie wir es von den Kindern geschenkt bekommen haben wollen wir es den rund 500 Besuchern, die uns jährlich besuchen, zeigen“, sagt Egon Tantius, der mittlerweile ein touristisches Ziel ist. Selbst Besucher aus dem Ausland haben die größte private Sammlung im norddeutschen Raum besucht. Ständig sind beide auf der Suche nach den Geschichten aus erster Hand. „Es ist schwer, Zeitzeugen zu finden. Wir beziehen unsere Informationen zumeist aus zweiter Hand, die sich über Mund-zu-Mund Propaganda weitertragen“, erklärt Egon Tantius die Schwierigkeit, fundierte und richtige Angaben für die Sammlung zu erhalten. Zum Abschluss unseres Besuches möchten wir gerne wissen, welches sein Favorit ist. „Das ist schwierig, mir gefallen alle Modelle. Aber die Blechbanane hat es mir besonders angetan“, sagt Egon Tantius mit einem Lachen. Die „Blechbanane“ ist eine DKW Hummel Typ 115 und hat ihren Namen dem gebogenen Rahmen und Tank zu verdanken.

Mopeds gehören zur Ausstellung im ET Zweiradmuseum
Mopeds gehören zur Ausstellung im ET Zweiradmuseum.

Kontakt
ET-Zweiradmuseum
Birkenweg 18
38524 Sassenburg
Telefon 05379 1669

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