In den vergangenen zehn Jahren hat das phaeno bereits eine große Vielfalt an Sonderausstellungen präsentiert. Allerdings ist die aktuelle Ausstellung im wahrsten Sinne des Wortes „ausgeflippt“. Sie ist nicht nur anders, laut und ungemein unterhaltsam, sondern auch fesselnd, denn die Besucher erinnern sich gerne an ihre Jugendzeit zurück wo sie in ihrer Stammkneipe am Flipperautomaten so manche Stunde verbracht haben.

Die Entstehung der Idee

„Die durchsichtigen Flipperautomaten müssen in den Krater!“
Davy Champion (Leiter Sonderausstellung im phaeno)

Wie kommt man auf die Idee, Flipper auszustellen? Wir fragen den Leiter der Sonderausstellungen Davy Champion. „Ideengeber war Remo Besio, früherer Direktor des Schweizer Science Centre Technorama und langer Weggefährte und Berater vom phaeno.“ Geschäftsführer Michel Junge zeigte sehr großes Interesse und flog mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dominik Essing nach Kalifornien, um das Pacific Pinball Museum zu besuchen. Dort fanden sie eine große Anzahl an funktionstüchtigen Flipperautomaten und eine ungemein große Vielfalt durch zahlreiche Jahrzehnte. „Gleichzeitig war uns klar, dass wir die Ausstellung mit weiteren künstlerischen und physikalischen Elementen ergänzen sollten, damit sie ins phaeno passt.“ erklärt Champion den Anspruch an naturwissenschaftliche Aspekte. Nachdem die Flipperautomaten die Überseefahrt unbeschadet überstanden hatten und zahlreiche weitere Exponate organisiert angeliefert waren, begann die Planung der Inszenierung. „Die durchsichtigen Flipperautomaten müssen in den Krater,“ sagt Davy Champion. Daneben gesellen sich Exponate des Künstlers Pierre Andrès und Lucas Abela. Sein „Temple of Din“ besteht aus einer Reihe von Flipper-/Musikinstrument-Hybriden, die das Erzeugen von Tönen und nicht das Erzielen von Punkten zum Hauptziel haben. Das bedeutet, es wird sehr laut im Krater! Laut wird es auch in der Vorhalle, wo die Flipperautomaten in Reihen nebeneinander aufgestellt sind. Beim Spielen verfällt man teilweise in eine Art Trance und jagt verbissen den Highscore. Allerdings geht das nur bei den Spielgeräten aus den Neunziger Jahren, die einen Speicher besitzen. Wer sich also am Indiana Jones, Terminator 2, Star Trek oder Addams Family versuchen möchte, sollte den Highscore als Ziel haben. Wir waren gemeinsam mit VfL-Sprinter Sven Knipphals im phaeno und probierten einige Flipper aus. Besonders spannend fanden wir dabei den „Captain Fantastic“ aus dem Jahre 1974, der nicht umsonst die Nummer 1 der elektromechanischen Flipperspiele ist, und den Geheimtipp „Rollergames“. Knipphals selbst blieb nach einigen Versuchen am „Queen Hearts“ doch am „Terminator 2“ hängen und versuchte sein Glück. „Der Terminator 2 hat am meisten Action, das spricht mich an. Allerdings bin ich beeindruckt von der Vielfalt zwischen den Bauweisen von 1936 bis 1991.“ zeigt sich der Sprint-Star begeistert von der Abwechslung.

Flippern im phaeno Sven Knipphals Flippern im phaeno

Flipperabend

Wenn man sich in die Flipperspiele hineinversetzt, hört man dann auch gar nicht mehr den Lärm um einen herum. Eine sehr spannende Erfahrung, die man im ersten Augenblick nicht mit dem phaeno in Verbindung bringt. Auch die Mitarbeiter zeigen ihr Interesse an der Ausstellung. Davy Champion spielt mindestens zwei bis drei Mal wöchentlich, um „die Automaten zu testen“ und auch Veranstaltungsleiter Abidin Otuzbir übt regelmäßig, um auf den Abendveranstaltungen, Tipps und Empfehlungen zu geben. „Für Gruppen ab 15 Personen bieten wir nach Ende der regulären Öffnungszeiten einen Flipperabend mit Catering an.“ erklärt Otuzbir. „Das kommt gut an und ist eine gelungene Gelegenheit, um mit Mitarbeitern und Kunden in einer entspannten Atmosphäre ein paar schöne Stunden zu verbringen.“ Erfolgreiche Premiere der Abendveranstaltung feierte das phaeno mit der Veranstaltung „After Dark“. Zu Besuch war Deutschlands bester Flipperspieler Andreas Harre aus Hannover, der einige Kunststücke am Flipperautomat „Indiana Jones“ zeigte. „Dafür müsste ich noch viel mehr üben“, schmunzelt Otuzbir über die Tricks, die am Flipperautomat möglich sind. Harre zeigte die perfekte Kontrolle des Spielgerätes und schoss den Ball gezielt dahin wo er wollte. „Bei uns ist das leider anders herum, das Gerät macht was es will!“ sagt Champion und lacht beherzt. FLOW WOLF empfiehlt daher, es einfach selbst auszuprobieren. Bis zum 2. September 2015 ist noch Zeit während der Öffnungszeiten allein spielen zu gehen. Gruppen, die nach den regulären Öffnungszeiten spielen gehen möchten, können die Ausstellung exklusiv buchen. Wir möchten mit dir einen exklusiven Abend verbringen und hoffen du bist dabei!

Das phaeno findest du im Internet hier.

Flipperausstellung

Highlights in der Entwicklung der Flipperautomaten

von Andreas Harre

1947 Humpty Dumpty (erster Flipper mit Flipperfingern)
1952 Queen of Hearts
1963 Slick Chick
1975 Wizard
1979 Gorgar
1986 High Speed
1992 The Addams Family
1997 Medieval Madness
1999 Revenge from Mars
2003 The Lord of the Rings
2012 AC/DC
2013 Wizard of Oz
2015: Kiss

INFOBOX FLOW WOLF
Wir laden dich zum ausgeflippten FLOW WOLF Abend ein mit Deutschlands Ranglisten Nummer 1 Andreas Harre aus Hannover. Er bewies schon beim After Dark im Juni 2015 sein Können und begeisterte die Besucher mit seinen Kunstschüssen und fundiertem Fachwissen. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 30 Personen. Für 19,90€ erhält der Teilnehmer folgende Leistungen:

– Termin am 27. August 2015 von 17:00 – 19:00 Uhr
– freies Spielen an den ausgestellten Flippern
– Auftritt von Andreas Harre
– Überraschung vom phaeno

Die Anmeldung erfolgt über diesen Link zu den aufgeführten Teilnahmebedingungen. Wir freuen uns auf einen unterhaltsamen, gemeinsamen und ausgeflippten Abend!

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